Was ist der Unterschied zwischen Jobscheduling und Workload Automation?

Es schwirren so viele Begriffe im Web umher, das sogar wir als Software-Anbieter oftmals nicht mehr wissen, in welche Kategorie unsere Produkte fallen: Machen wir Enterprise Job Scheduling, Batch Verarbeitung oder Workload Automation? Orchestrieren wir Prozesse, steuern unsere Prozesse Big Data und DevOps?

Oftmals suchen auch Mitarbeiter aus den Fachbereichen nach einer spezifischen Lösung im Internet, können dabei aber diese unterschiedlichen Begriffe nicht klar voneinander unterscheiden.

Falls auch Sie gerade auf einer konkreten Suche sind und dasselbe Problem haben, möchten wir Ihnen gern dabei behilflich sein, zielgerichteter zu recherchieren und Ihnen nachfolgend die einzelnen Begrifflichkeiten etwas genauer vorstellen:

Was ist ein Job / Batch?

Historisch kommt der Begriff ‚Batch Job / Batch Verarbeitung‘ von Lochkarten, die im Stapel nach und nach abgearbeitet wurden. In der IT beschreibt ein Batch Job gebündelte Tasks, Befehle und Programme, die automatisiert im Hintergrund ausgeführt werden.

Einfacher ausgedrückt beschreibt der Begriff ‚Batch Verarbeitung‘, dass eine Anweisung für einen bestimmten ‚Daten-Haufen‘ ausgeführt wird und die nächste Anweisung diesen ‚Haufen‘ dann weiterverarbeitet. Typische Beispiele hierfür sind ein MRP-Lauf über alle eingegangenen Bestellungen, Abrechnungsläufe oder eine Payroll.

Die Idee dahinter hat sich aber bis heute nicht geändert: Der Nutzer soll dabei entlastet werden, Verarbeitungen manuell zu steuern und zu überwachen zu müssen. Der Begriff der sog. Stapelverarbeitung ist demnach weitestgehend ähnlich zu den ‚Lochkarten‘, da beim klassischen Batch-Processing zeitgesteuert mehrere ‚Stapel ’ von einer Skript Datei abgearbeitet wurden.

So betrachtet, war der klassische Batch Job bereits ein Vorreiter von Automatisierung. Die eingeschränkten Möglichkeiten dieser Verarbeitung und die damit verbundene Fehleranfälligkeit hatten bereits vor Jahrzehnten zu der Entwicklung des Job Schedulings geführt.

Job Scheduling als Vorreiter der Automation

Job Scheduling Tools waren klassisch immer systemgebunden: sie dienten früher wie heute der automatischen Verarbeitung von geschäftskritischen Hintergrund-Prozessen in einem System. Ein gutes Beispiel ist hier die Payroll eines Unternehmens: Zu einem bestimmten Zeitpunkt im Monat werden die Gehälter der Mitarbeiter abgerechnet und ausgezahlt.  Demgemäß wird der Job der ‚Gehaltsabrechnung‘ zu einem gewissen, fixen Datum angestoßen. So wurden typischerweise die Scheduler an die jeweilige Betriebs- / ERP- Software gekoppelt, um die entsprechenden Jobs automatisiert zu geplanten Zeiten abarbeiten zu können. In SAP ist das z. B. das SAP Job-Management (SM36) und in Microsoft der Task Scheduler. Die Basis dieser Job Scheduler sind Kalender und Uhrzeiten. Die eingeschränkten Möglichkeiten führten allerdings zu folgenden Problemen:

  • Abhängigkeiten können nicht sauber modelliert werden
  • Prozesse halten bei Fehlern ggf. nicht an
  • Überholer sind je nach Datenmenge und Fehlern möglich
  • Keine Sonderkalender bzw. Geschäftskalender
  • Keine Beachtung von unterschiedlichen Zeitzonen
  • Kein gesammelter Überblick zwischen verschieden Systemen
  • Keine zentrale Steuerung
  • Keine automatische Fehlerbehandlung
  • Keine Revisionssicherheit, Nachvollziehbarkeit der geplanten Jobs

Nach und nach entwickelte sich somit der Bedarf an agileren Lösungen von Drittanbietern, die ein systemübergreifendes und zentralisierteres Job Scheduling möglich machten.

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Erklärvideo – Why use Workload Automation?

Workload Automation = Job Scheduling 2.0:

Der stetige Ausbau der Digitalisierung und die Verbesserung von Schnittstellen zwischen den Systemen sorgte dafür, dass immer komplexere Prozesse vollautomatisierbar wurden. Um sich die daraus resultierende Effizienzsteigerung, und damit den Wettbewerbsvorteil zu Nutze zu machen, verlangte es nach Job Schedulern, die systemübergreifend agieren konnten und gleichzeitig eine zentrale Steuerung und Überwachung zuließen. Mit Hilfe solcher Workload Automation Tools ist es heute nun möglich, die gesamte Supply Chain eines Unternehmens überall dort zu automatisieren, wo keine Fachentscheidungen mehr nötig sind.

Die Bezeichnungen ‚Workload Automation (WLA)‘ und ‚Job Scheduling‘ werden häufig synonym verwendet. Tech Target beschreibt Workload Automation wie folgt:

“Workload automation is the practice of using software to schedule, initiate, run and manage tasks related to business processes and transactions. A workload, in this context, can be thought of as the total amount of processing that a computer or a business is conducting at any given time. Workload automation makes it possible for much of that processing to take place without human intervention. Workload automation is often used in virtualized and cloud environments.”

Wie hier angedeutet gehen die neuesten Bestrebungen der WLA Tools dahin, auch hybride Umgebungen und Multi Cloud Systeme einzubinden. Auch neue Anwendungsgebiete wurden mittlerweile erschlossen: aus Business Warehouses sind heute Data Lakes für Big Data geworden. In der Softwareentwicklung kamen komplexe DevOps Prozesse hinzu.

Zudem wird die Forderung nach einer End-to-End Abdeckung bei gleichzeitiger Realtime Ausführung immer relevanter.

Durch diese hocheffizienten, aber komplexen Prozesse, tritt nun das einheitliche Monitoring und die Compliance in den Vordergrund, um Nachvollziehbarkeit in hybriden Landschaften zu realisieren.

Abschließend umfasst Workload Automation also ein größeres Gebiet und komplexere Prozesse, um den gewachsenen Anforderungen der Unternehmen gerecht zu werden. Dabei bleibt Job Scheduling weiterhin ein Teilbereich der gesamten Hintergrundverarbeitung.